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Treibgut: Macbeth

Poster: StudiocanalPoster: Studiocanal

 

Zu wenig ausgearbeitet, um ein Essay zu sein und viel zu sehr interessiert an Kleinigkeiten, um als Kritik durchzugehen: Treibgut ist das, was an einem so hängen bleibt, wenn man im Bilderstrom badet.

Manche mögen einiges von dem, was im Folgenden erwähnt wird, für Spoiler halten. Manche auch – und das soll keine Geistesverwandschaft implizieren – konnten mit Justin Kurzels „Macbeth“-Version, die in Cannes Premiere feierte und diese Woche in den Kinos angelaufen ist, verdammt wenig anfangen. Und es stimmt schon: Kurzel und seine Drehbuchautoren (mit Michael Lesslie und den Darstellern Michael Fassbender und Marion Cotillard adaptiert Kurzel gerade einen Stoff, der zeitgenössisch und postmodern-retro zugleich ist: „Assassin’s Creed“ nach der Videospielreihe) haben keinen Versuch gemacht, Tagespolitik oder Alltagsästhetik einfließen zu lassen in ihre Interpretation.

Sie haben nach Höherem gestrebt, haben die Geschichte von Shakespeare entkernt und alles genommen, was das Kino tun kann und die Bühne eben nicht, um ihren scheinbar so konservativen und rückwärtsgewandten, ja archaischen „Macbeth“ zu einer höllischen, apokalyptischen Grundsatzerzählung zu machen, die in die Zukunft reicht und diese gleichzeitig im Feuer beerdigt.

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Der schmale Draht zwischen Leben und Tod

Foto: Sony PicturesFoto: Sony Pictures

 

Braucht man noch einen Film über Philippe Petits Seiltanz am World Trade Center? Ja – weil Robert Zemeckis in „The Walk“ gewaltige Panoramen ohne Pathos und ein charmantes Schelmenstück gelingen.

In der Tat, diese Geschichte ist schon erzählt worden. Seinen waghalsigen Drahtseilakt zwischen den Türmen des World Trade Centers hat der französische Akrobat Philippe Petit in einem eigenen Buch rekonstruiert – viel deutlicher zurück ins öffentliche Bewusstsein brachte ihn aber James Marshs Dokumentarfilm „Man on Wire“, der 2009 den Oscar für den besten Dokumentarfilm gewann. Einen detailversessenen Thriller ohne Bösewichte hatte Marsh montiert, die hochspannende Geschichte eines selbstverständlich vollkommen illegalen Coups aus dem Sommer 1974, einen Film, randvoll mit Archivmaterial. Und mit Standbildern der angeblich 44 Minuten, die Petit auf dem Seil verbrachte und während denen er acht Mal hin- und hergelaufen sein soll zwischen den Zwillingstürmen, während an beiden Seilenden die verblüffte Polizei auf ihn wartete.

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